
Abb. 25: Räumliche Kohärenz. Die Wellenzüge interferieren auch, wenn sie längere, aber gleiche Wege zurücklegen.

Abb. 26: Darstellung des Gangunterschieds zweier Wellenzüge aus einer Lichtquelle der Ausdehnung b bis zu einem Doppelspalt des Spaltabstandes d. Achtung: Die Sinusfunktion kann nur dann angesetzt werden, wenn b viel kleiner als d ist bzw. der Abstand zwischen der Lichtquelle und dem Doppelspalt sehr groß wird.
Als Kriterium für das Erfüllen der räumlichen Kohärenz ergibt sich nach Abbildung 27 und der Erkenntnis, daß zwei Wellen sich bei einer Phasendifferenz von l/2 auslöschen: Ds = b·sin(j/2) < l/2
Daraus ersichtlich ist u.a. der Wunsch nach einer punktförmigen Lichtquelle (b ® 0). Die zeitliche Kohärenz ist dadurch gekennzeichnet, daß unterschiedliche optische Wege auftreten (siehe Abb. 27). Vorausgesetzt, daß die Wellenzüge länger sind als die Wegdifferenzen, treten auch hier Interferenzen auf. Die maximal mögliche Gangabweichung, die der Länge eines Wellenzuges entspricht, bezeichnet man hierbei als Kohärenzlänge Dsc. Die Zeit, die das Licht zum Zurücklegen dieser Strecke benötigt, wird als Kohärenzzeit t bezeichnet. Durch die Beziehung
sind beide miteinander verknüpft, wobei c der Phasengeschwindigkeit elektromagnetischer Wellen bzw. der Lichtgeschwindigkeit entspricht.

Abb. 27: Zeitliche Kohärenz. Die Wellenzüge sind so lang, daß sie auch bei großem Gangunterschied interferieren.
Die zeitliche Kohärenz ist u.a. dafür verantwortlich, daß bei vorsichtigem Erhöhen der Gangdifferenz Ds beim Michelson-Interferometer unter Benutzung verschiedenartiger Lichtquellen im Laserlicht auch bei großen Gangunterschieden noch Interferenzen beobachtet werden können, normale Glühlampen dann aber schon versagen. Dies liegt an der wesentlich größeren Kohärenzlänge beim Laser. In ausführlichen Experimenten bestimmten wir u.a. die Kohärenzlängen eines Diodenlasers, einer LED und einer Glühlampe mit Hilfe eines Michelson-Interferometers, indem wir den Gangunterschied Ds mit einer Mikrometerschraube bzw. einer Piezokeramik im Bereich weniger Mikrometer veränderten. Unter Zuhilfenahme von während der Messung angefertigten Intensitätsdiagrammen ermittelten wir für den Diodenlaser Dsc»20cm, für die LED Dsc»15µm und für die Glühlampe Dsc»2,5µm.

Abb. 28: Sichtbarkeit in Abhängigkeit von der Wegdifferenz.
Um die Sichtbarkeit einer Interferenz beschreiben zu können, wurde diese definiert als: 
Wie bereits aus dieser Formel ersichtlich wird, bedeutet eine Sichtbarkeit von V=0 eine vollständige Inkohärenz und eine Sichtbarkeit von V=1 eine vollständige Kohärenz. Der Verlauf der Sichtbarkeit in Abhängigkeit von der Gangdifferenz ist in Abbildung 28 dargestellt. Wie aus dieser Darstellung zu erkennen ist, wurde die Kohärenzlänge als der Gangunterschied Ds definiert, bei dem die Sichtbarkeit auf 1/e abgeklungen ist.
| Autor: | Rico Poser |