Aus dem zweiten Helmholtzschen Wirbelsatz läßt sich ableiten,
daß in einer reibungsfreien Flüssigkeit keine Wirbel entstehen
können. Sie bilden sich deshalb stets in Folge von Reibungsvorgängen,
entweder in der Grenzschicht zwischen zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlicher
Geschwindigkeit (z.B. Tintentropfen in stehendem Wasser) oder durch eine
direkt am Hindernis haftende Flüssigkeit. Dies läßt sich
bei folgendem Fall beobachten: Wird aus einem Rohr, das sich im Wasser
befindet, stoßartig Farbflüssigkeit ausgestoßen, so nimmt
die Farbflüssigkeit zuerst Pilzform an. Später rollen sich die
Ränder allmählich ein und bilden somit einen Wirbelring (siehe
Abb. 2).
Abb. 3: Entstehung eines Wirbelringes
Auch Nichtraucher können Rauchringe herstellen, indem sie einen Blumentopf mit einer Plastiktüte als Membran überziehen. Nun wird Rauch in den Topf geblasen und wenn man auf die Mebran sanft schlägt, werden aus dem Loch Rauchringe ausgestoßen.
Eine Flüssigkeit muß, um Wirbel bilden zu können, eine
innere Reibung besitzen, oder es müssen Reibungskräfte zwischen
der Flüssigkeit und einem festen Körper vorhanden sein. Durch
den dritten Helmholtzschen Wirbelsatz lassen sich die verheerenden Ausmaße
von Tornados erklären. Wenn sich der Wirbel nämlich einschnürt,
seine Fläche verkleinert, nimmt seine Winkelgeschwindigkeit zu. Tornados/Wirbel
werden also immer schneller, je kleiner ihr Durchmesser ist.