"Der Schwerpunkt dieses Kurses liegt nicht auf der mathematischen Beschreibung
der Phänomene, sondern auf dem Experimen- tieren und Beobachten und
der Anwendung auf Beispiele aus der Medizin, der Meteorologie und der Technik...",
so hieß es in der Kursbeschreibung des Physikkurses, die man uns
schon Monate zuvor zugeschickt hatte. Nachdem das ultimative Kennenlernspiel
ein wenig mißglückt war, da sich spontan nicht auf den Namen
jedes Teilnehmers ein Reim finden ließ, wandte man sich also getreu
diesem Vorsatz der Kursarbeit zu.
Wir betrachteten unter anderem die Geschwindigkeitsverteilung im durchflossenen
Rohr (was Teile des Kursraumes kurzweilig in einen See verwandelte),
ließen Öltropfen im Ethanol-Wasserbad planschen, stellten waghalsige
Vermutungen über den Zielort eines Magnetpendels an und warfen mit
Eifer Dinosauriereier an die Fensterscheiben (wo sie kreisrunde Fettflecken
hinterließen), um ihre schubverdünnende Eigenschaft zu
demonstrieren.
Insgesamt war es eine recht bunte Mischung aus Experimenten und Vorträgen,
die sowohl fachliches Wissen vermittelte als auch die Lachmuskeln auf ihre
Kosten kommen ließ.
Von dem Erfolg der Arbeit zeugten die zahlreichen AHA-Erlebnisse, die
sich bei Einzelpersonen mehrfach bis in die spezifische m-hm,m-hm,m-hm-Version
steigerten. Sogar die kleinen Meinungsverschiedenheiten über die Berechnung
des mysteriösen Widerstandsbeiwertes
wunderbaren Eigenschaften der Exponentialfunktion
,
die Definition des Freiheitsgrades, die Anzahl der vorhersagbaren nichtlinearen
Bewegungen eines Pendels oder gar das Profil eines Flugzeugflügels
(!) konnten letztendlich friedfertig beigelegt werden, was ja nun doch
auf eine (teilweise sehr weitgefächerte) Diskussionsbereitschaft schließen
läßt.
Schließlich haben nun alle - mehr oder weniger nervös, aber
dennoch ohne Ausnahme mit Bravour - ihr Referat (das dem einen oder der
anderen so manche schlaflose Nacht bereitet haben mag) hinter sich gebracht.
Und man kann wohl sagen, daß wir, die vielen kleinen Leute aus den
vielen kleinen (oder größeren) Orten mit unseren vielen kleinen
Schritten zwar nicht das Angesicht der Welt verändert haben (mal abgesehen
von der rein theoretischen Möglichkeit, daß unsere gehäufte
Anwesenheit in Braunschweig gleich dem Flügelschlage eines Schmetterlinges
die Elektronen am Rande des Weltalls in völlige Verzweiflung gestürzt
haben könnte, da sie sich eventuell in ihrer Verhaltensweise beeinträchtigt
fühlen), aber es uns gelungen ist, einen Eindruck sowohl von der Aero-
und Hydrodynamik als auch von der Laserphysik zu gewinnen, und wir danken
ganz herzlich unseren Kursleitern Friederike und Jürgen, die es geschafft
haben, uns diesen Stoff so interessant und locker näherzubringen.