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"Hat man was gesehen???"

(Judith Knebel)

Diese Frage sollte die 15 experimentierfreudigen Schülerinnen und Schüler, die sich am Abend des 18. Julis im Raum A0.5 der Jugenddorf-Christopherusschule einfanden, zweieinhalb Wochen hindurch beschäftigen. Nun, zu sehen war einiges, und zu hören noch viel mehr.

"Der Schwerpunkt dieses Kurses liegt nicht auf der mathematischen Beschreibung der Phänomene, sondern auf dem Experimen- tieren und Beobachten und der Anwendung auf Beispiele aus der Medizin, der Meteorologie und der Technik...", so hieß es in der Kursbeschreibung des Physikkurses, die man uns schon Monate zuvor zugeschickt hatte. Nachdem das ultimative Kennenlernspiel ein wenig mißglückt war, da sich spontan nicht auf den Namen jedes Teilnehmers ein Reim finden ließ, wandte man sich also getreu diesem Vorsatz der Kursarbeit zu.
Wir betrachteten unter anderem die Geschwindigkeitsverteilung im durchflossenen Rohr  (was Teile des Kursraumes kurzweilig in einen See verwandelte), ließen Öltropfen im Ethanol-Wasserbad planschen, stellten waghalsige Vermutungen über den Zielort eines Magnetpendels an und warfen mit Eifer Dinosauriereier an die Fensterscheiben (wo sie kreisrunde Fettflecken hinterließen), um ihre schubverdünnende Eigenschaft  zu demonstrieren.
Insgesamt war es eine recht bunte Mischung aus Experimenten und Vorträgen, die sowohl fachliches Wissen vermittelte als auch die Lachmuskeln auf ihre Kosten kommen ließ.
Von dem Erfolg der Arbeit zeugten die zahlreichen AHA-Erlebnisse, die sich bei Einzelpersonen mehrfach bis in die spezifische m-hm,m-hm,m-hm-Version steigerten. Sogar die kleinen Meinungsverschiedenheiten über die Berechnung des mysteriösen Widerstandsbeiwertes  wunderbaren Eigenschaften der Exponentialfunktion , die Definition des Freiheitsgrades, die Anzahl der vorhersagbaren nichtlinearen Bewegungen eines Pendels oder gar das Profil eines Flugzeugflügels (!) konnten letztendlich friedfertig beigelegt werden, was ja nun doch auf eine (teilweise sehr weitgefächerte) Diskussionsbereitschaft schließen läßt.

Schließlich haben nun alle - mehr oder weniger nervös, aber dennoch ohne Ausnahme mit Bravour - ihr Referat (das dem einen oder der anderen so manche schlaflose Nacht bereitet haben mag) hinter sich gebracht. Und man kann wohl sagen, daß wir, die vielen kleinen Leute aus den vielen kleinen (oder größeren) Orten mit unseren vielen kleinen Schritten zwar nicht das Angesicht der Welt verändert haben (mal abgesehen von der rein theoretischen Möglichkeit, daß unsere gehäufte Anwesenheit in Braunschweig gleich dem Flügelschlage eines Schmetterlinges die Elektronen am Rande des Weltalls in völlige Verzweiflung gestürzt haben könnte, da sie sich eventuell in ihrer Verhaltensweise beeinträchtigt fühlen), aber es uns gelungen ist, einen Eindruck sowohl von der Aero- und Hydrodynamik als auch von der Laserphysik zu gewinnen, und wir danken ganz herzlich unseren Kursleitern Friederike und Jürgen, die es geschafft haben, uns diesen Stoff so interessant und locker näherzubringen.
 

P.S.: Also dann: Happa, happa!

Hendrik Hoeth
Canada Dormitory 50/5/1
Technion City
Haifa 32000
ISRAEL
e-mail: hendrik@philippi-trust.de