Eine weit aus größere Bedeutung haben jedoch Interferometer mit Amplitudenaufspaltung. Hierbei wird ein Lichtstrahl geteilt, indem an einem sogenannten Strahlenteiler oder halbdurchlässigen Spiegel ein Teil des Strahls reflektiert und der andere durchgelassen wird. Mit Hilfe von Spiegeln werden die beiden Strahlen auf einem Schirm wieder zusammengeführt, auf dem dann ein Interferenzbild beobachtet werden kann. Eine solche Amplitudenaufspaltung kann auch mit einer Dünnschicht erreicht werden. Man benützt eine transparente parallele Platte und durchstrahlt sie. Dabei wird ein Teil des Strahls an der Oberfläche und der andere am Ende reflektiert. Beträgt der daraus resultierende Wegunterschied 0 oder ein ganzzahliges Vielfaches von l ( l=Wellenlänge), so können auf einem Schirm helle Kreise beobachtet werden. Bei diesen Maxima entstehen die größten Intensitäten. Beträgt der Wegunterschied jedoch l/2 oder ein ungradzahliges Vielfaches davon, so entstehen dunkle Kreise. Bei diesen Minima kommt es zur völligen Auslöschung.
Auf diese Weise funktioniert auch das Pohl-Interferometer. Ein Glimmerblättchen wird mit einer ausgedehnten Lichtquelle durchstrahlt. Dabei wird das Licht wird in der beschriebenen Wiese geteilt und trifft dann auf einen Schirm, wo Teile eines Interferenzmusters auftreten. Bei fast senkrechtem Lichteinfall entsteht ein vollständiges Interferenzbild.

Abb. 22: Pohl-Interferometer
Das bekannteste Interferometer mit Amplitudenaufspaltung ist das Michelson-Interferometer. Der von der Lichtquelle kommende Strahl wird an dem Strahlenteiler in bekannter Weise geteilt. Die beiden Teilstrahlen werden an den Spiegeln 1 und 2 reflektiert und treffen sich dann auf dem Schirm wieder, auf dem das Interferenzbild erscheint (siehe Abb. 23). Wir haben dieses Interferometer selbst aufgebaut und so die Kohärenzlänge, auf die später noch eingegangen wird, verschiedener Lichtquellen (z.B. Laser, LED, Glühlampe) gemessen. Ein Spiegel wird solange verschoben, bis die Interferenz wieder verschwindet, um dann über die Wegdifferenz auf die Kohärenzlänge zu schließen. Die war ein ziemlich aufwendiger Versuch, da die Kohärenzlänge einer LED nur im Micrometerbereich liegt und die Verschiebung deshalb nur mit Hilfe von Feinstellschrauben und noch feineren Geräten erzeugt werden konnte. Eben wegen dieser Reaktion auf Feinheiten wird das Michelson-Interferometer zur Qualitätsprüfung optischer Geräte verwendet.

Abb. 23: Michelson-Interferometer
Auch das Mach-Zehnder-Interferometer ist ein Interferometer mit Amplitudenaufspaltung. Es ist aus zwei Spiegeln und zwei Strahlenteilern aufgebaut, die sich an den Ecken eines Quadrates befinden. Der Lichtstrahl trifft auf einen Strahlenteiler. Die beiden entstandenen Strahlen verlassen den Strahlenteiler in einem Winkel von 90°, werden an den Spiegeln reflektiert, kommen durch den zweiten Strahlenteiler und werden mit einem Detektor aufgefangen (siehe Abb. 24). Der Aufbau hört sich relativ einfach an, wir mußten jedoch feststellen, daß dem nicht so ist. Es dauerte ziemlich lange, bis alle Teile (Spiegel, Strahlenteiler, usw.) genau justiert waren, und wir dann ein schönes Interferenzbild beobachten konnten. Diese Einstellungen waren u.a. so kompliziert, weil teilweise schon ein Wackeln ausreichte, um den Aufbau zu verschieben und die Interferenz wieder zu vernichten. Diese Interferometer wird häufig verwendet, um Dichteschwankungen in Gasströmungsbildern innerhalb von Forschungskammern (z.B. Windkanälen) zu beobachten.

Abb. 24: Mach-Zehnder-Interferometer
| Autor: | Stephanie Fischer |